Spinalkanalstenose: Wie läuft eine Operation ab?
- Dr. Mengemann

- vor 4 Tagen
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Ein Artikel von Dr. Gerd Jan Mengemann, Facharzt für Neurochirurgie und Wirbelsäulenspezialist in Graz

Wenn im zunehmenden Alter die Gehstrecken immer kürzer werden und Spaziergänge keinen Spaß mehr machen, warten viele Betroffene dennoch lange, bevor sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Eine häufige Ursache dieser Beschwerden ist eine Spinalkanalstenose. Dabei handelt es sich um eine Einengung des Wirbelkanals, in dem Rückenmark und Nerven verlaufen. Je nach Ausprägung kann diese Einengung erhebliche Schmerzen und neurologische Beschwerden verursachen.
Zu den häufigsten Symptomen gehören:
regelmäßige Schmerzen in Rücken und Beinen (beim Gehen)
die Gehstrecke wird deutlich kürzer und man muss sich sehr oft hinsetzen
Kribbeln oder Taubheitsgefühle
Kraftverlust
Beschwerden über mehrere Monate
fehlende Besserung trotz Schonung oder Physiotherapie

Oft hört Dr. Mengemann von Patienten:
"Früher konnte ich problemlos eine Stunde spazieren gehen. Heute suche ich nach jeder Bank zum Ausruhen."
Viele Betroffene berichten auch, dass ihnen das Gehen bergauf leichter fällt als bergab und Fahrradfahren möglich ist.
Diese Kombination aus Beschwerden liefert wichtige Hinweise auf eine mögliche Spinalkanalstenose.
Die gute Nachricht: Nicht jede Spinalkanalstenose muss operiert werden.
Als Facharzt für Neurochirurgie verfolgt Dr. Gerd Jan Mengemann einen ganzheitlichen Therapieansatz, bei dem konservative Therapiemaßnahmen immer zuerst ausgeschöpft werden.
Wann eine Operation dennoch notwendig ist, und wie diese abläuft, erfahren Sie in diesem Artikel.
Der erste Termin - mehrere Wochen bis Monate vor der Operation
Viele Patienten fragen sich, was sie zur Erstordination mitbringen müssen.
Grundsätzlich gilt: Auch ohne vorhandene MRT- oder Röntgenbilder ist ein Termin jederzeit sinnvoll. Entscheidend ist nicht der MRT-Befund allein. Viele Patienten haben eine Einengung des Wirbelkanals, ohne Beschwerden zu verspüren. Behandelt wird deshalb nicht das Bild, sondern der Mensch mit seinen individuellen Symptomen.
Im ausführlichen Gespräch schildern Sie zunächst Ihre Beschwerden.
Besonders wichtig sind dabei Fragen wie:
Wo treten die Schmerzen auf?
Seit wann bestehen die Beschwerden?
Wie weit können Sie noch gehen?
Was verschlechtert die Schmerzen?
Was lindert die Beschwerden?
Anschließend erfolgt eine sorgfältige neurolochirurg. Untersuchung.
Sollten noch keine aktuellen Bildaufnahmen vorliegen, organisiert Dr. Mengemann die notwendigen Untersuchungen. Bereits vorhandene MRT- oder Röntgenbilder können – sofern dies mit den jeweiligen radiologischen Einrichtungen möglich ist – direkt angefordert werden.
Ein weiterer Vorteil für Patienten: Termine schnell und bequem online buchen
Welche Untersuchungen sind notwendig?
In den meisten Fällen empfiehlt Dr. Mengemann eine Kombination aus:
Magnetresonanztomographie (MRT),
Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule
inkl. Funktionsaufnahmen.
Das MRT zeigt sehr genau die Nerven, Bandscheiben und den Grad der Einengung.
Die zusätzlichen Röntgenbilder dienen vor allem dazu, mögliche Instabilitäten der Wirbelsäule zu erkennen oder auszuschließen. Diese Information ist wichtig, denn
erst wenn Beschwerden, klinische Untersuchung und Bildgebung zusammenpassen, lässt sich beurteilen, ob tatsächlich die Spinalkanalstenose für die Symptome verantwortlich ist.
Warum wird nicht sofort operiert?
Viele Patienten befürchten bereits vor dem ersten Termin, dass eine Operation unausweichlich sein könnte.
Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Das Ziel besteht zunächst immer darin, alle sinnvollen konservativen Behandlungsmöglichkeiten auszuschöpfen. Erst, wenn diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen und die Beschwerden den Alltag dauerhaft einschränken, wird gemeinsam über weitere Schritte gesprochen.
Die Entscheidung für oder gegen eine Operation wird deshalb niemals allein anhand eines MRT-Befundes getroffen, sondern immer individuell und gemeinsam mit dem Patienten.
Oft können konservative Maßnahmen ausreichen. Dazu gehören beispielsweise:
schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente,
individuell abgestimmte Physiotherapie,
Anpassungen der Alltagsbelastung,
gezielte Infiltrationen zur Linderung der Beschwerden.
Viele Patienten profitieren bereits von diesen Behandlungen und können ihre Lebensqualität deutlich verbessern.
Erst wenn die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und keine ausreichende Besserung eintritt, wird gemeinsam über eine Operation gesprochen. Dabei gilt stets: Nicht das MRT entscheidet über die Behandlung, sondern die Beschwerden des Patienten.
Wann ist eine Operation bei Spinalkanalstenose sinnvoll?
Eine Operation kann sinnvoll sein, wenn:
konservative Therapien keine ausreichende Wirkung zeigen
Medikamente und Infiltrationen die Beschwerden nicht dauerhaft lindern
Rückenschmerzen und Beinschmerzen regelmäßig auftreten
der Alltag erheblich eingeschränkt ist
neurologische Ausfälle wie Kraftverlust oder Taubheitsgefühle zunehmen
Natürlich gibt es immer auch die Möglichkeit, sich gegen eine Operation zu entscheiden und die konservative Behandlung fortzuführen. Welche Therapie die Beste ist, wird immer individuell besprochen. Jede Entscheidung orientiert sich an den Beschwerden, den Untersuchungsbefunden und den persönlichen Lebensumständen des Patienten.
Wie bereitet man sich auf die Operation vor?
Wenn gemeinsam entschieden wird, dass eine Operation sinnvoll ist, erfolgt zunächst eine sorgfältige Vorbereitung.
Vor der Spinalkanalstenose-Operation sind einige organisatorische und medizinische Schritte notwendig.
An erster Stelle das Aufklärungsgespräch durch Dr. Gerd Jan Mengemann,
je nach Alter und individuellen Vorerkrankungen gehören dazu:
Blutuntersuchungen
eine internistische Operationsfreigabe
ein Gespräch mit dem Anästhesieteam
die Überprüfung der regelmäßig eingenommenen Medikamente
Besondere Aufmerksamkeit gilt blutverdünnenden Medikamenten. Diese müssen – sofern medizinisch möglich – rechtzeitig vor der Operation pausiert oder entsprechend umgestellt werden.
Dr. Mengemann bespricht gemeinsam mit Ihnen, welche Medikamente betroffen sind und wie das weitere Vorgehen aussieht.
Diese sorgfältige Vorbereitung trägt dazu bei, das Operationsrisiko möglichst gering zu halten und optimale Voraussetzungen für den Eingriff zu schaffen.
Wie läuft die Operation ab?
Viele Patienten haben vor einer Operation an der Wirbelsäule großen Respekt. Deshalb hilft es, den Ablauf genau zu kennen.
Am Operationstag erfolgt zunächst die Vorbereitung im Operationsbereich.
Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. Während des gesamten Eingriffs werden Sie durch ein erfahrenes Anästhesieteam überwacht.
Nach der Narkose werden Sie in Bauchlage gelagert. Anschließend wird das Operationsgebiet sorgfältig desinfiziert und steril abgedeckt.

Bevor der eigentliche Eingriff beginnt, wird mithilfe eines Röntgengeräts nochmals exakt kontrolliert, auf welcher Höhe der Wirbelsäule operiert wird. Zusätzlich führt das gesamte Operationsteam ein sogenanntes „Team-Time-out“ durch. Dabei werden Identität, Eingriff und Operationsbereich nochmals gemeinsam überprüft – ein wichtiger Bestandteil der modernen Patientensicherheit.
Über einen kleinen Hautschnitt wird anschließend der Zugang zur Wirbelsäule geschaffen.

Unter dem Operationsmikroskop entfernt Dr. Mengemann anschließend gezielt jene Strukturen, die den Spinalkanal oder die Nerven einengen. Je nach Ursache können dies knöcherne Anteile, verdickte Bänder oder Bandscheibengewebe sein.

Dabei wird besonders darauf geachtet, die umliegenden Nervenstrukturen bestmöglich zu schonen und gleichzeitig ausreichend Platz für die Nerven zu schaffen.

Entnommenes Gewebe wird – sofern erforderlich – zur feingeweblichen Untersuchung eingeschickt.
Vor dem Wundverschluss erfolgt eine sorgfältige Kontrolle, ob alle betroffenen Nerven ausreichend entlastet sind.
Anschließend wird die Wunde schichtweise verschlossen. Zur Ableitung von Wundflüssigkeit kann vorübergehend eine sogenannte Redon-Drainage eingelegt werden. Die Haut wird in der Regel intrakutan vernäht. Das bedeutet, dass keine sichtbaren Fäden gezogen werden müssen. Abschließend wird ein steriler Verband angelegt.

Die ersten Tage nach der Operation
Viele Patienten sind überrascht, wie schnell sie nach dem Eingriff wieder mobilisiert werden.
Bereits am ersten Tag nach der Operation erfolgt das erste Aufstehen – selbstverständlich unter Anleitung von Pflegepersonal und Physiotherapeuten.
In den ersten Tagen gehören dazu:
Mobilisation mit physiotherapeutischer Unterstützung,
Entfernung der Redon-Drainage,
regelmäßige Verbandswechsel,
Schmerztherapie,
schrittweise Steigerung der Bewegung.
Der Krankenhausaufenthalt beträgt in den meisten Fällen etwa drei bis vier Nächte. Vor der Entlassung wird gemeinsam besprochen, worauf Sie in den ersten Wochen besonders achten sollten.
Die Zeit nach der Entlassung
Auch nach der Operation benötigt der Körper Zeit, um zu heilen.
Die Wunde verschließt sich in der Regel von selbst. Da die Haut intrakutan vernäht wird, müssen keine Fäden entfernt werden. Lediglich der Verband beziehungsweise das Pflaster sollte für etwa zwei Wochen regelmäßig gewechselt werden.
In den ersten Wochen gilt:
keine schweren Lasten heben oder tragen,
keine ruckartigen Bewegungen,
kein Schwimmen,
keine Saunabesuche,
alltägliche Bewegungen sind ausdrücklich erwünscht.
Viele Patienten fragen, ob sie sich möglichst schonen sollten. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Normale Alltagsbewegungen fördern die Genesung. Wichtig ist jedoch, Überlastungen zu vermeiden.
Eine aktive Physiotherapie beginnt in der Regel erst nach etwa vier bis sechs Wochen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wundheilung weit fortgeschritten und die Belastung kann schrittweise gesteigert werden.
Etwa vier bis sechs Wochen nach der Operation erfolgt die Kontrolluntersuchung in einer der Grazer Ordinationen von Dr. Mengemann, die vom Patienten nach Wunsch gewählt werden kann. Gemeinsam wird beurteilt, wie die Heilung verläuft und wann weitere therapeutische Maßnahmen sinnvoll sind.
Individuelle Behandlung statt Standardlösung
Jeder Mensch ist unterschiedlich – und genauso unterschiedlich verläuft auch eine Spinalkanalstenose. Deshalb gibt es keine Behandlung nach einem starren Schema.
Dr. Gerd Jan Mengemann legt großen Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung jedes einzelnen Patienten. Neben den radiologischen Befunden fließen auch die persönliche Lebenssituation, die körperliche Belastbarkeit, Begleiterkrankungen und die individuellen Erwartungen in die Therapieentscheidung ein.
Das Ziel ist immer, gemeinsam die Behandlung zu wählen, die langfristig die besten Erfolgsaussichten bietet – unabhängig davon, ob diese konservativ oder operativ erfolgt.
Fazit
Eine Spinalkanalstenose entwickelt sich häufig schleichend und wird deshalb lange unterschätzt. Typische Beschwerden wie Rückenschmerzen, Beinschmerzen, eine zunehmend kürzere Gehstrecke oder eine deutliche Besserung beim Sitzen oder Vorbeugen sollten ernst genommen werden.
Eine frühzeitige Diagnostik ermöglicht es, die Ursache gezielt abzuklären und gemeinsam die passende Therapie festzulegen. Dabei stehen zunächst konservative Behandlungsmöglichkeiten im Vordergrund. Erst wenn diese nicht den gewünschten Erfolg bringen und die Beschwerden den Alltag erheblich einschränken, wird eine Operation in Betracht gezogen.
Dr. Gerd Jan Mengemann begleitet seine Patientinnen und Patienten von der ersten Untersuchung über die Diagnostik bis zur Nachbehandlung mit einem individuellen und ganzheitlichen Behandlungskonzept.
Termine können jederzeit bequem online vereinbart werden. Die Betreuung erfolgt in den Ordinationen in Graz-Ragnitz und Graz-Wetzelsdorf.









