Spinalkanalstenose? Diese Symptome sollten Sie ernst nehmen
- Dr. Mengemann

- 1. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Von Dr. Gerd Jan Mengemann, Facharzt für Neurochirurgie

Schmerzen beim Gehen, schwere Beine oder ein zunehmendes Taubheitsgefühl in den Füßen werden häufig zunächst dem Alter, mangelnder Bewegung oder allgemeinen Rückenproblemen zugeschrieben.
Tatsächlich können diese Beschwerden jedoch auf eine Spinalkanalstenose hinweisen – eine Verengung des Wirbelkanals, die vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule auftritt.
Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und wird deshalb oft erst spät erkannt.
Für Betroffene ist es wichtig, die typischen Symptome frühzeitig zu erkennen. Denn je früher die Ursache abgeklärt wird, desto besser lassen sich die Beschwerden behandeln und Folgeschäden vermeiden.
Was ist eine Spinalkanalstenose?
Der Spinalkanal ist der knöcherne Kanal innerhalb der Wirbelsäule, durch den das Rückenmark und die Nerven verlaufen. Kommt es durch altersbedingte Veränderungen der Bandscheiben, Gelenke oder Bänder zu einer Verengung dieses Kanals, spricht man von einer Spinalkanalstenose. Besonders häufig betroffen ist die Lendenwirbelsäule.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich an.
Die häufigste Ursache sind natürliche Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule.
Nicht jede im MRT sichtbare Verengung verursacht Beschwerden. Entscheidend ist, ob die eingeengten Nerven tatsächlich Symptome auslösen.
Die typischen Symptome einer Spinalkanalstenose
Im Mittelpunkt stehen meist Beschwerden in den Beinen. Das charakteristische Leitsymptom ist die sogenannte Claudicatio spinalis, auch als „Schaufensterkrankheit der Wirbelsäule“ bezeichnet. Betroffene können nur noch begrenzte Strecken gehen, bevor Schmerzen oder Schwäche in den Beinen auftreten. Nach einer kurzen Pause bessern sich die Beschwerden oft wieder.
Zu den häufigsten Symptomen gehören:
Schmerzen beim Gehen und Stehen
Viele Patienten berichten über Schmerzen im unteren Rücken, Gesäß oder in den Beinen, die vor allem beim längeren Gehen oder Stehen auftreten. Typisch ist, dass die Beschwerden bei aufrechter Haltung stärker werden.
Schweregefühl in den Beinen
Die Beine fühlen sich zunehmend müde, schwer oder kraftlos an. Manche Betroffene haben das Gefühl, als würden die Beine nicht mehr richtig mitarbeiten. Die Gehstrecke verkürzt sich oft schleichend über Monate oder Jahre.
Kribbeln und Taubheitsgefühle
Neben Schmerzen können auch Missempfindungen auftreten. Viele Patienten beschreiben ein Kribbeln, Ameisenlaufen oder Taubheitsgefühle in den Oberschenkeln, Unterschenkeln oder Füßen. Diese Beschwerden entstehen durch den Druck auf die Nervenstrukturen im Wirbelkanal.
Besserung beim Sitzen oder Vorbeugen
Ein besonders typisches Merkmal der Spinalkanalstenose ist die deutliche Erleichterung beim Sitzen oder Vorbeugen. Viele Betroffene können problemlos Fahrrad fahren oder längere Strecken mit einem Einkaufswagen zurücklegen, weil die leicht gebeugte Haltung den Druck auf die Nerven reduziert.
Gangunsicherheit
Mit zunehmender Ausprägung können Gleichgewichtsstörungen und Unsicherheiten beim Gehen auftreten. Patienten berichten häufig, dass sie sich weniger stabil fühlen oder häufiger stolpern.
Symptome an der Halswirbelsäule
Nicht jede Spinalkanalstenose betrifft die Lendenwirbelsäule. Liegt die Verengung im Bereich der Halswirbelsäule, zeigen sich häufig andere Beschwerden.
Typische Symptome sind:
Nackenschmerzen
Kribbeln in Armen und Händen
Taubheitsgefühle in den Fingern
Störungen der Feinmotorik
Schwierigkeiten beim Knöpfen von Kleidung oder Schreiben
Unsicherer Gang und Gleichgewichtsstörungen
Diese Symptome sollten immer fachärztlich abgeklärt werden, da eine länger bestehende Druckschädigung des Rückenmarks bleibende Einschränkungen verursachen kann.
Wann sollte man einen Facharzt für Neurochirurgie aufsuchen?
Nicht jede Rückenschmerzepisode ist eine Spinalkanalstenose. Treten jedoch belastungsabhängige Beinschmerzen, zunehmende Gehprobleme oder neurologische Ausfälle auf, sollte eine genaue Untersuchung erfolgen.
Im Grunde genommen schadet eine Abklärung aber in keinem Fall.
Besonders wichtig ist eine rasche Abklärung bei:
zunehmender Muskelschwäche
Gangstörungen
ausgeprägten Taubheitsgefühlen
Blasen- oder Darmfunktionsstörungen
plötzlich auftretenden Lähmungserscheinungen
Diese Symptome können auf eine erhebliche Nervenkompression hinweisen und sollten nicht ignoriert werden.
Wie wird eine Spinalkanalstenose diagnostiziert?
Die Diagnose beginnt mit einer ausführlichen Befragung und neurologischen Untersuchung. Besonders wichtig sind die genaue Beschreibung der Beschwerden und die typische Verschlechterung beim Gehen.
Zur Bestätigung der Diagnose wird meist eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Damit lassen sich Einengungen des Wirbelkanals und mögliche Nervenschädigungen präzise darstellen.
Moderne Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Beschwerden. In vielen Fällen können zunächst konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, gezielte Übungen, Schmerztherapie oder Infiltrationen helfen.
Treten jedoch neurologische Ausfälle auf oder schränkt die Erkrankung die Lebensqualität erheblich ein, kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein - ist aber meist die letzte Wahl. Ziel einer Operation ist es, die eingeengten Nervenstrukturen dauerhaft zu entlasten.
Dr. Mengemann verfolgt einen ganzheitlichen Behandlungsansatz und nimmt sich immer genügend Zeit für seine Patienten, um den individuell bestmöglichen Behandlungsweg zu finden.
Ihr Ansprechpartner für Spinalkanalstenose in Graz
Wenn Sie unter belastungsabhängigen Rückenschmerzen, Beinschmerzen, Kribbeln oder einer zunehmenden Einschränkung Ihrer Gehstrecke leiden, sollte die Ursache fachärztlich abgeklärt werden. Als Facharzt für Neurochirurgie behandelt Dr. Gerd Jan Mengemann Patienten mit Erkrankungen der Wirbelsäule und des Nervensystems an seinen Ordinationsstandorten in Graz-Ragnitz und Graz-Wetzelsdorf. Eine frühzeitige Diagnose kann entscheidend dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit langfristig zu erhalten.
