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Thermokoagulation – Präzise Schmerzbehandlung bei chronischen Wirbelsäulenbeschwerden

Von Dr. med. Gerd Jan Mengemann


Viele Menschen leiden unter langanhaltenden Schmerzen im Bereich der Lenden-#wirbelsäule, die mit konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie, Medikamenten oder Infiltrationen nicht dauerhaft verschwinden.

Eine der modernen, minimalinvasiven Behandlungsformen, die gezielt dort ansetzt, wo der Schmerz entsteht, ist die Thermokoagulation.


Ich wende insbesondere bei PatientInnen, bei denen die Ursache der Beschwerden in den kleinen Wirbelgelenken (Facettengelenken) diese Methode regelmäßig an.


In diesem Artikel möchte ich Ihnen erklären, wie die Thermokoagulation funktioniert, wann sie sinnvoll ist und welche Vorteile sie bietet.




Was ist eine Thermokoagulation?


Die Thermokoagulation (auch Radiofrequenztherapie oder Radiofrequenzablation) ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem durch gezielte Wärmeeinwirkung bestimmte schmerzleitende Nervenfasern verödet werden. Diese Nerven – meist sehr kleine Äste, die Schmerzsignale von gereizten Gelenken oder Strukturen der Wirbelsäule weiterleiten – werden durch die kontrollierte Wärmebehandlung vorübergehend oder dauerhaft ausgeschaltet.


Das Ziel ist eine deutliche Reduktion der Schmerzleitung, ohne dabei die Beweglichkeit oder Stabilität der Wirbelsäule zu beeinträchtigen.

Die Wärme wird mithilfe einer feinen Sonde erzeugt, die über eine Punktionsnadel an die gewünschte Stelle gebracht wird. Durch hochfrequenten Wechselstrom entsteht an der Spitze der Sonde eine Temperatur von rund 80 - 90°C, die die diese Nervenfaserendungen thermisch denerviert – also „ausschaltet“.



Bei welchen Beschwerden kommt die Thermokoagulation zum Einsatz?


In der Neurochirurgie wird die Thermokoagulation vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS), typische Anwendungsgebiete sind:


  • Facettengelenksarthrose (Facettensyndrom): Abnützungserscheinungen der kleinen Wirbelgelenke führen zu chronischen Rückenschmerzen, meist ohne Ausstrahlung in Beine oder Arme.

  • ISG-Syndrom (Iliosakralgelenksbeschwerden): Schmerzen im unteren Rücken oder Gesäßbereich, verursacht durch Reizungen im Bereich des Kreuz-Darmbein-Gelenks.


  • Postoperative Rückenschmerzen („Failed Back Surgery Syndrome“) nach Bandscheibenoperationen.


Bei diesen Krankheitsbildern sind häufig lokale Schmerzfasern die Ursache, nicht jedoch eine eingeklemmte Nervenwurzel. Die Thermokoagulation kann hier langfristig helfen, die Schmerzweiterleitung zu unterbrechen.



Ablauf der Behandlung


  1. Diagnostische Abklärung:Zunächst erfolgt eine gründliche Untersuchung, meist mit MRT- oder CT-Bildern, um die Schmerzquelle exakt zu identifizieren. Häufig geht einer Thermokoagulation eine diagnostische Testinfiltration voraus – wenn diese kurzfristig Schmerzlinderung bringt, ist die Thermokoagulation meist erfolgversprechend.

  2. Lokalanästhesie und Vorbereitung:Die Behandlung erfolgt ambulant, in bequemer Lagerung und unter lokaler Betäubung. Eine Vollnarkose ist in der Regel nicht erforderlich.

  3. Bildgesteuerte Positionierung:Unter CT-Kontrolle wird die Punktionsnadel exakt an die betroffene Nervenstelle geführt.

  4. Danach wird mittels Radiofrequenzstrom gezielt Wärme erzeugt, um die Nervenleitung zu unterbrechen.

  5. Abschluss und Nachbeobachtung:Nach der Behandlung erfolgt eine kurze Ruhephase.



Vorteile der Thermokoagulation


  • Minimalinvasiv: Kein Schnitt, keine Narbe, ambulante Durchführung.

  • Sehr präzise: Durch CT-Steuerung punktgenaue Platzierung und maximale Sicherheit.

  • Lang anhaltende Wirkung: Schmerzlinderung oft über Monate bis zu einem Jahr oder länger.

  • Keine Beeinträchtigung der Beweglichkeit: Im Gegensatz zu operativen Versteifungen bleibt die natürliche Funktion der Wirbelsäule erhalten.

  • Wiederholbar: Falls die Schmerzen nach einiger Zeit zurückkehren, kann die Behandlung erneut durchgeführt werden.

Viele Patientinnen und Patienten berichten nach einer Thermokoagulation über eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität – nicht nur durch Schmerzreduktion, sondern auch durch bessere Beweglichkeit und Schlafqualität.



Risiken und Nebenwirkungen


Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es auch bei der Thermokoagulation gewisse Risiken, diese sind jedoch selten. Dazu zählen:

  • Vorübergehende lokale Schmerzen oder Taubheitsgefühl an der Einstichstelle

  • Leichte Blutergüsse oder muskuläre Verspannungen

  • In seltenen Fällen vorübergehende Reizung benachbarter Nervenstrukturen

  • Entzündungen

Durch die bildgesteuerte Durchführung und sterile Bedingungen ist die Behandlung insgesamt sicher und komplikationsarm.



Integration in ein ganzheitliches Therapiekonzept


Die Thermokoagulation ist ein wertvolles Werkzeug innerhalb eines multimodalen Schmerzkonzepts, eingebettet in ein umfassendes Behandlungskonzept, das auch Empfehlungen zur Physiotherapie, Haltungs- und Bewegungsschulung zur weiteren Prävention sowie medikamentöse Schmerztherapie umfasst.

Denn nur durch die Kombination aus gezielter Intervention und aktiver Rehabilitation lässt sich ein nachhaltiger Therapieerfolg erzielen.


Auf meiner Website finden Sie weitere Informationen zu verwandten Themen wie:



Behandlung bei Dr. Gerd Jan Mengemann in Graz


Ich biete die Thermokoagulation im Rahmen einer individuell auf Sie angepassten Behandlung an:

  • Graz-Ragnitz (Privatklinik): Modern ausgestattete Räumlichkeiten mit höchstem technischen Standard und persönlicher Betreuung.


Orrdinationstermine können rasch und unkompliziert über meine Website online, telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden. Bei akuten Beschwerden bemühe ich mich stets um eine zeitnahe Terminvergabe.


Dr. Mengemann begrüßt eine Patientin in seiner Ordination

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung.

 
 

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Dr. Gerd Jan Mengemann

FA für Neurochirurgie Wirbelsäulenspezialist

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