Berufskrankheit Rückenschmerz: Tipps für Menschen in körperlich belastenden Berufen
- Dr. Mengemann

- 2. März
- 3 Min. Lesezeit
Ein Fachbeitrag von Dr. Gerd Jan Mengemann, Facharzt für Neurochirurgie

Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden in unserer Gesellschaft. Besonders betroffen sind Menschen in körperlich belastenden Berufen, in denen schweres Heben, monotone Bewegungen, Zwangshaltungen oder lange Stehzeiten zum Arbeitsalltag gehören. Für viele Pflegekräfte, Bauarbeiter, Handwerker, Lagerarbeiter oder Beschäftigte in der Gastronomie werden Rückenschmerzen im Laufe der Jahre zu einer regelrechten Berufskrankheit – mit erheblichen Auswirkungen auf Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und psychische Gesundheit.
Als Facharzt für Neurochirurgie mit Schwerpunkt Wirbelsäule sehe ich täglich, wie wichtig frühzeitige Prävention, Aufklärung und individuell angepasste Therapiekonzepte sind. Dieser Beitrag soll zeigen, warum bestimmte Berufsgruppen besonders gefährdet sind und welche Maßnahmen helfen können, Rückenbeschwerden vorzubeugen oder zu lindern.
Warum sind Menschen in körperlich belastenden Berufen besonders gefährdet?
Die Wirbelsäule ist ein komplexes Zusammenspiel aus Knochen, Bandscheiben, Muskeln, Sehnen und Nerven. Dauerhafte Überlastung kann dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht bringen. Besonders problematisch sind:
wiederholtes Heben und Tragen schwerer Lasten
Arbeiten in vorgebeugter oder verdrehter Haltung
einseitige Belastungen über viele Jahre
fehlende Regenerationszeiten
Zeitdruck und Stress
Gerade in Pflegeberufen führen das Umlagern von Patientinnen und Patienten sowie Schichtarbeit häufig zu chronischen Rücken- und Nackenschmerzen. Im Baugewerbe belasten schweres Material, Vibrationen und ungünstige Körperhaltungen vor allem die Lendenwirbelsäule.
Typische Rückenprobleme bei Pflegekräften, Bauarbeitern & Co.
Je nach Beruf zeigen sich unterschiedliche Beschwerdebilder. Häufige Diagnosen sind:
muskuläre Verspannungen und chronische Rückenschmerzen
Bandscheibenvorwölbungen oder Bandscheibenvorfälle
Abnützungserscheinungen der Wirbelgelenke (Spondylarthrose)
Ischiasbeschwerden durch Nervenreizungen
Unbehandelt können diese Probleme zu chronischen Schmerzsyndromen führen. Warum eine frühzeitige Abklärung so wichtig ist, lesen Sie auch in unserem Beitrag: 👉 https://www.drmengemann.at/rueckenschmerzen-ursachen-therapie

Prävention von Rückenschmerz: Tipps - Was kann ich aktiv tun?
Die gute Nachricht: Rückenschmerzen sind in vielen Fällen vermeidbar oder gut kontrollierbar. Entscheidend ist eine Kombination aus ergonomischem Verhalten, gezieltem Training und bewusster Selbstfürsorge.
1. Ergonomisches Arbeiten
Nutzung von Hebehilfen (z. B. in der Pflege)
Lasten möglichst körpernah heben
Drehbewegungen unter Last vermeiden
regelmäßiger Wechsel der Arbeitsposition
Die deutsche Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bietet hierzu praxisnahe Empfehlungen: 👉 https://www.baua.de
2. Kräftigung der Rumpfmuskulatur
Eine stabile Körpermitte entlastet die Wirbelsäule. Besonders effektiv sind:
gezieltes Rücken- und Brust-, Bauchmuskeltraining
funktionelle Übungen genauso wie isolierte Kraftübungen
regelmäßige Bewegung auch außerhalb der Arbeit
Bereits 10–15 Minuten Training pro Tag können langfristig einen großen Unterschied machen.
3. Beweglichkeit und Pausen
kurze Dehnübungen während der Arbeit
aktive Pausen statt reinem Sitzen oder Stehen
Ausgleichssport wie Schwimmen oder Gehen
4. Stressmanagement
Psychischer Stress verstärkt nachweislich muskuläre Verspannungen. Entspannungsverfahren, ausreichend Schlaf und realistische Belastungsgrenzen sind daher ein wichtiger Teil der Prävention.
Wann sollte ärztlich abgeklärt werden?
Nicht jeder Rückenschmerz ist harmlos. Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn:
Schmerzen länger als einige Wochen anhalten
nächtliche Schmerzen auftreten
Taubheitsgefühle oder Kraftverlust bestehen
Schmerzen ins Bein oder in den Arm ausstrahlen
Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lassen sich chronische Verläufe vermeiden. In vielen Fällen reichen konservative Maßnahmen wie gezielte Physiotherapie, Infiltrationen oder Schmerztherapien aus – operative Eingriffe sind nur selten notwendig.
Mehr zu modernen, schonenden Therapiekonzepten finden Sie auch hier: 👉 https://www.drmengemann.at/konservative-wirbelsaeulentherapie
Ganzheitliche Betreuung durch Dr. Gerd Jan Mengemann, Facharzt für Neurochirurgie in Graz
In meinen Ordinationen in Graz‑Wetzelsdorf und Graz‑Ragnitz nehme ich mir als Neurochirurg in Graz bewusst Zeit für meine Patientinnen und Patienten. Meine Tätigkeit richtet sich nicht nur an Menschen aus Graz, sondern auch aus der gesamten Steiermark, aus Wien und dem Burgenland. Gerade bei beruflich bedingten Rückenproblemen ist es wichtig, nicht nur Befunde zu betrachten, sondern auch Arbeitsalltag, Belastungen und persönliche Ziele in die Behandlung einzubeziehen.
Gemeinsam entwickeln wir ein individuelles, ganzheitliches Therapiekonzept – mit dem Ziel, Schmerzen zu lindern, Funktion zu verbessern und langfristig arbeitsfähig zu bleiben. Dabei steht stets eine fundierte Beratung durch einen erfahrenen Facharzt für Neurochirurgie im Vordergrund.
Terminvereinbarung
Wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden oder präventiv etwas für Ihre Wirbelsäule tun möchten, können Sie rasch und unkompliziert einen Termin vereinbaren:
Online: über die Terminbuchung auf 👉 https://www.drmengemann.at/kontakt
Telefonisch/E-Mail: Kontaktdaten auf der Website 👉 https://www.drmengemann.at/kontakt
Fazit – Rückenschmerzen ernst nehmen und frühzeitig den Neurochirurgen aufsuchen
Rückenschmerzen sind für viele Menschen in körperlich belastenden Berufen ein ernstzunehmendes Symptom, deren Ursache wir gemeinsam herausfinden. Mit gezielter Prävention, frühzeitiger Diagnostik und individueller ganzheitlicher Therapie lassen sich viele Beschwerden vermeiden oder deutlich reduzieren. Entscheidend ist, den eigenen Körper ernst zu nehmen – und rechtzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen.


